Kunstmappen / Verlag

Begegnung in Moyland

© Jochen Stücke

Diese Kunstmappe erscheint in Verbindung mit dem Katalog von Jochen Stücke Moyländer Episoden, Friedrich – Voltaire – Beuys sowie in Begleitung seiner diesbezüglichen Einzelausstellung im Museum Schloss Moyland (Oktober 2016 bis September 2017). In seinen Zeichnungen zu diesem Projekt verbindet Jochen Stücke Geschichte und Gegenwart von Schloss Moyland. Er thematisiert darin die erste Begegnung von Friedrich dem Großen und Voltaire im September 1740 auf Schloss Moyland und knüpft darüber hinaus auch eine Verbindung zum späteren „Schlossherrn“ Joseph Beuys. Die Moyländer Episoden sind Teil des Zeichenprojekts Pariser Album von Jochen Stücke. Darin thematisiert er historische, künstlerische und literarische Phänomene der französischen Hauptstadt und deren europäische Wirkungsgeschichte.

Die Serigraphie Moyländer Garderobe wurde mit acht Farben gedruckt, die Serigraphie Vereint im Rost der Geschichte mit elf Farben. Den Graphikdruck besorgte Beate Wagner in Krefeld, die Textseiten wurden im Buchdruck von Klaus Raasch in Hamburg gedruckt, die Bindung übernahm Gerit Depping in Münster.

 

© Jochen Stücke
© Jochen Stücke

Aufnahme in die Sammlung vom Stadtmuseum Münster, 12/2016

Aus dem Begleittext von Jochen Stücke:
„Die ausgetretenen Pfade, denen wir in die Geschichte unserer Geisteswelt gerne zu folgen bereit sind, gehören nicht zu den üblichen Verkehrswegen, auf denen ich meine Reisen in das kulturelle Erbe des Menschen unternehme. Historische Kausalketten bewusst brechend, versuche ich, die Stoffe meiner Themen zu einer Gegenwärtigkeit zu verdichten, die im günstigsten Fall den geneigten Betrachter zu neuen Fragen an die Geschichte provozieren. (…) An der Hutablage der Moyländer Garderobe bleiben die Insignien des Königs, des Philosophen und des Künstlers zurück. In gemeinsamer Klausur verzichten sie auf die äußeren Zeichen ihres Ruhmes und geben – ganz unter sich – dem geistigen Boden ihrer mühevollen Arbeit den Vorrang. So entgegengesetzt und miteinander unvereinbar das Rokoko und das zerrissene zwanzigste Jahrhundert sind, bleiben doch für die drei hier handelnden Personen die europäische Philosophie und die Aufklärung der Maßstab ihres Denkens. Vereint im Rost der Geschichte finden sich Friedrich der Große, Voltaire und Beuys schließlich in dem verwitterten Relief eines schmiedeeisernen Tores wieder, das in den Park von Schloss Moyland führt. Auch sie entgehen, unabhängig von Fragen nach der individuellen Größe, nicht dem menschlichen Schicksal, der Vergänglichkeit nur mit der Leidenschaft ihres bemessenen irdischen Wirkens trotzen zu können. (…) Wenn ich von der Strahlkraft der Seine-Metropole rede, meine ich damit ihre Wirkung über ihre territoriale Grenze hinaus, und ich folge ihr mit Feder und Stift auch auf entfernten Wegen. (…) Denn Paris ist weit mehr als ein Ort, Paris ist für mich der Inbegriff einer europäischen Idee.“

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