Der spanische Schriftsteller und Diplomat Julián Ayesta Prendes (1919–1996) war lange Zeit nur als Autor seines einzigen Romans bekannt: des 1952 erstmals veröffentlichten Kurzromans Helena oder das Meer des Sommers, der schon kurz nach seinem Erscheinen begeisterte Kritiken erhielt und als Abkehr vom damals vorherrschenden sozialen Realismus verstanden wurde. Gelobt für seine Frische, Originalität und poetische Kraft, wurde der Roman immer wieder neu aufgelegt und in mehrere europäische Sprachen übersetzt. Gleichwohl galt Ayesta lange Zeit lediglich als weitgehend unbekannter Klassiker der spanischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Angesiedelt in Ayestas Heimatregion Asturien, erzählt Helena oder das Meer des Sommers eine Coming-of-Age-Geschichte, den schrittweisen Übergang vom Kind zum Erwachsenen. In seinem spezifischen Umgang mit der Zeit, der an Marcel Proust oder James Joyce erinnert, erweist sich dieser Text als dezidiert modern und von zeitloser Schönheit. Der Romanist Christian von Tschilschke beleuchtet in seinem Nachwort sowohl die Besonderheiten der Werkgeschichte als auch die zeitlose Bedeutung dieses Romans. Petra Schuppenhauer schuf exklusiv für diese Edition einen Zyklus von Farbholzschnitten, die in ihrer Strahlkraft und Vielschichtigkeit dazu einladen, weit über die Lektüre hinaus Sehnsüchten und Erinnerungen an die eigene Jugend und nach fernen, vergangenen Sommern nachzuspüren.

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